Foto Buch "UNTITLED 2020"

Margarita Keller, Veronika Dirnhofer

Projektbeschreibung

Das Projekt-Künstlerbuch ist eine Mischung aus analogen Fotografien von 11 gewöhnlichen Familien aus Graz und Wien, die ihre Zeit der Selbstisolierung während der COVID-19-Pandemie dokumentieren. Die beiden Künstlerinnen Veronika Dirnhofer und Margarita Keller verteilten analoge Kompaktkameras und baten die Menschen, ihr Leben zwei Wochen lang zu beobachten. Das Projekt zielt darauf ab, die Frage der Kreativität in Bezug auf erzwungene Umstände zu untersuchen, wie die Verlangsamung, der wir alle ausgesetzt sind, Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund, Alter und verschiedenen Lebensbedingungen beeinflussen kann. Neben der Zusammenarbeit mit anderen Menschen beteiligten sich auch die Künstler an diesem Experiment, indem sie ihre ganz persönlichen Erfahrungen während der Isolation mitteilten. Sie hinterfragen die Identitätsbildung und die fragmentarische Wahrnehmung von Körper und Geist, indem sie die Medien Keramik und Fotografie mischen. Eine solche soziale Zusammenarbeit eröffnet auch die Möglichkeit, Grenzen in der Wahrnehmung von Kunst im gewöhnlichen Leben zu überschreiten, die manchmal sehr weit voneinander entfernt zu sein scheinen, wenn Kunst als etwas Verwirrendes, Unberührbares oder Erhabenes angesehen werden könnte. Dieses Buch verwischt die Grenzen zwischen den Dingen, die wir gewöhnlich als Kunst bezeichnen, und der nicht-künstlerischen Perspektive. Es betrachtet und teilt visuell verschiedene Geschichten, schiebt alle Perspektiven vor und dient als dokumentarisches Archiv vager, vitaler oder sogar entscheidender Perioden im Leben der Menschen.
"Im Frühjahr 2020 verbringen viele von uns viel mehr Zeit zu Hause als je zuvor. Diese neue und unausweichliche Situation ließ uns die Bedeutung unserer Umgebung und der Menschen darin neu bewerten. Und während des Einschlusses entdeckten viele, die sich in der gleichen Situation befanden, den Blick nach innen und außen in einem 360⁰-Winkel. Das gibt uns die Möglichkeit, diese Momente aus neuen oder ganz anderen Perspektiven zu verstehen und festzuhalten. Diese von den Menschen selbst aufgenommene Dokumentation ihrer Umgebung während der jüngsten Abriegelung wird zur Bewahrung eines historischen Zeitraums, den die meisten von uns zu vergessen beginnen". (Justina Špeirokaitė | August, 2020)


Biografie

Margarita Keller (Marharyta Muzyka) (geb. 1994, Ukraine) ist eine in Österreich lebende bildende Künstlerin. 2018 schloss Keller ihr Studium an der Polytechnischen Universität St. Petersburg in Russland an der Fakultät für Asienforschung ab. Fernab von ihrem akademischen Hintergrund in chinesischer Sprache weit entfernt, hat sie sich in der individuellen künstlerischen Praxis innerhalb der visuellen Medien niedergelassen, die es erlaubt, zeitgenössische Themen zu beobachten und mit ihnen zu arbeiten. Die wichtigsten Kunstund Forschungsarbeiten befassen sich mit der Verbindung zwischen Menschheit und Natur, Sterblichkeit,geistige und körperliche Transformationen, post-sowjetischen Auswirkungen, exponierter Schönheit, Selbstwahrnehmung und der Vielfalt von Lebensstilen.

Ausstellungen

  • Sep 17.-23. 2020 QM&A Gruppenausstellung, Wien, Dessous Galerie (von Flüchtlinge Willkommen Österreich und Improper Walls Kulturplattform)- Fotobuch-Präsentation "UNTITLED 2020"
  • Jul 18. - Sep 20 2020 Noorderlicht international Photo Festival, Niederlande
  • Jul 2020 Red Carpet Showroom Karlsplatz, Wien
  • Nov 2019 "Ping Pong #2" Solo mit Agnes Prammer, Wien (Female photographers Gallery mit Unterstützung von SHIFT Wiener Kulturförderung)
  • Jan 8. - Feb 3. 2021 Photo Graz 020. Biennale der steirischen Fotokunst

Publikationen, Fotobücher

  • "Ping Pong. at the slightest touch", 60 Seiten
  • "UNTITLED 2020", 144 Seiten
  • Bad to the bone Mag (Paris)
  • UNCERTAINMAG
  • PERJUSMAG (New York)
  • MAUERMAG
  • C-Heads Magazine (Österreich)
  • Lesnouveauxriches Mag (Wien)
  • YUGEN MAG (London)
  • KALTBLUT Magazine (Berlin)
  • LADIES DRAWING CLÜB ISSUE#6 (Russland, Sankt-Petersburg)

 

Veronika Dirnhofer ist eine österreichische Künstlerin, die hauptsächlich in den Bereichen Zeichnung, Malerei und Keramik arbeitet. Sie ist Professorin an der Akademie der bildenden Künste, Abteilung Zeichnen.

Im Jahr 2015 startete sie mit einer Gruppe von ehrenamtlichen Unterstützern einen wöchentlichen Zeichenkurs für Flüchtlinge. Seit mehr als vier Jahren treffen sie sich regelmäßig, um durch die Methode des Zeichnens und neuerdings auch des Tanzens nicht nur eine neue Art der Kommunikation zu erfahren, sondern auch, um beim Ankommen in einer neuen Heimat unterstützt zu werden, indem eine Beziehung, ein Raum für Begegnungen und Austausch geschaffen wird. Mehr: solidaritymatters.com.

Über ihre Kunst sagt Veronika: "Meine Bilder wurden immer abstrakter, aber meine Aktionen wurden immer konkreter. Vielleicht brauche ich die Projektionsfläche des Bildes nicht mehr, obwohl die Bildproduktion immer noch am Ende steht. Aber als etwas Widerständiges, Wildes, Freies." (Aus dem Interview mit Claudia Voit)

www.veronikadirnhofer.com


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