Only Barely Still

Catherine Lemblé

Projektbeschreibung

Die Arktis wurde nie als geeigneter Ort für Frauen angesehen. Im Laufe der Geschichte wurden Frauen als ungeeignet angesehen, mit den Herausforderungen eines autonomen Lebens in der Öffentlichkeit umzugehen, geschweige denn mit den Gefahren der isolierten Wildnis. Nicht-einheimische Bewohner der Arktis haben die Polarregion lange Zeit als eine karge, unwirtliche Landschaft betrachtet, in der nur die härtesten Männer überleben konnten. Die systematische Ablehnung von Frauen in der arktischen Welt ist Teil dieser Bestätigung der abenteuerlichen und technischen Natur von Männern. Diese Geisteshaltung spiegelt sich auch in den Erzählungen und der Literatur wider, die in der zirkumpolaren Region spielen: Frauen sind meist abwesend, und wenn sie doch auftauchen, werden sie als minderwertige Gefährtinnen des Mannes, als Ausnahmen oder einfach als nicht ganz richtig im Kopf eingestuft. Die Arktis wird jedoch in der westlichen Welt traditionell als weiblich angesehen. Ursprünglich wurde sie als eine Region betrachtet, die erobert und durchdrungen werden muss; als männliches Territorium, das unterworfen werden muss. Während sich diese Sichtweise in der postkolonialen Zeit gewandelt hat, wird die Arktis immer noch als weiblich angesehen und kollektiv als reiner, unberührter Ort imaginiert, der unseres Schutzes bedarf. Ein unfruchtbares, jungfräuliches Land in Bedrängnis. Diese einseitige und vereinfachte Sichtweise entspricht nicht der Realität, da sie ihr eine passive Identität als Objekt der Begierde aufzwingt. Das Projekt Only Barely Still zielt darauf ab, eine andere Erzählung der Arktis und ihres kollektiven Imaginären vorzuschlagen. Indem es auf der Achse zweier falscher Vorstellungen steht - über die Arktis einerseits und die Frauen in ihr andererseits - will es deren Synergie respektvoll erfassen.


Biografie

Catherine Lemblé (geb. 1990, Aalst) ist eine in Brüssel ansässige Fotografin. Sie erwarb ihren Master in Fotografie an der Luca School of Arts in Brüssel. Ihre Arbeit ist geprägt von der sich ständig verändernden Beziehung zwischen Mensch und Natur. Ihr erstes Buch Cabin Fever wurde 2019 im Selbstverlag veröffentlicht.

catherinelemble.com


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