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Magazin 01

2024

Inhaltlich berühren die ausgewählten Projekte virulente Themen unserer Zeit. So lassen sich bei genauer Betrachtung des Heftes die ausgewählten Arbeiten bestimmten Themenkomplexen zuordnen. Beispielsweise spielt die Auseinandersetzung mit dem urbanen Raum eine zentrale Rolle. Sei es im Hinblick auf Stadtentwicklung, im Kontext von Großereignissen wie den Olympischen Spielen, welche die Infrastruktur und ihre Transformation beeinflussen, den Wohnungsmangel, oder durch die Inszenierung von städtischen Spuren als fiktive Tatorte. Unter den Projekten finden sich Ansätze, welche die strukturelle Benachteiligung von Frauen und weiblich gelesenen Personen aufzeigen, etwa in Bezug auf Mutterschaft und den Kunstbetrieb oder auf dominante patriarchale Strukturen im Gesundheitssystem verweisen. Eine Vielzahl der Arbeiten kreist auf unterschiedliche Weise um das Thema der Zugehörigkeit. Die Künstler:innen setzen sich mit den changierenden Begriffen von Heimat und Zuhause auseinander, sie erkunden Familienbiografien und erzählen Geschichten vom Verlassen und Zurückkehren. 

Die Fotografie wird in den verschiedenen Arbeiten auch als Mittel des Dialogs zwischen den Fotograf:innen und den fotografierten Personen eingesetzt. Dadurch werden Begegnungen sichtbar, die für uns als Betrachter:innen Einblicke in unterschiedliche Lebensrealitäten, Generationen und Subkulturen eröffnen. Darüber hinaus entsteht ein Dialog zwischen den einzelnen Positionen: Es werden bewusst Arbeiten, die sich traditioneller fotografischer Methoden bedienen, mit experimentellen Ansätzen kombiniert, die das Medium hinterfragen, erweitern und neu interpretieren. Aus diesem Grund finden sich klassische dokumentarische Ansätze und Projekte, die zum Beispiel mit fotografischem Archivmaterial arbeiten, neben Werken, die auf künstlerische Inszenierung oder digitale Bearbeitung zurückgreifen. (Ausschnitt aus Einleitungstext: Fotografie im Dialog, S.3).