Magazin
Ausgabe 2026
Das FOTOHOF>CALLING Magazin erscheint alle zwei Jahre anlässlich des europaweiten Open Calls: Erinnerungsarbeit zieht sich als ein wichtiges Motiv durch das diesjährige Magazin: Die Künstler:innen überführen historische oder persönliche Archive, die ihnen als Recherche-Basis dienen, in die Gegenwart. Durch die fotografische Inszenierung und Nacherzählung blicken sie nicht nur zurück, sondern machen deutlich, dass vergangene Ereignisse und Erinnerungen auch auf das Heute einwirken. Das Lückenhafte und Angedeutete der Erzählweise wird zu einem wichtigen Stilmittel. Dabei spiegeln sich politische Ereignisse und gesellschaftliche Anliegen oft in subjektivität des künstlerischen Blicks. […] Zugleich beschränkt sich das Magazin nicht auf archivbasierte und subjektive Formen der Auseinandersetzung. Auch inszenierte, montierte und satirische Bildstrategien, die an die Tradition der Fotocollage oder des Comics anknüpfen, finden sich in der Auswahl.(Ausschnitt aus Editorialtext: Ausschnitte, Leerstellen und Ambivalenzen: Fotografie und die Komplexität unserer Gegenwart, S.2).
Ausgabe 2024
Inhaltlich berühren die ausgewählten Projekte virulente Themen unserer Zeit. So lassen sich bei genauer Betrachtung des Heftes die ausgewählten Arbeiten bestimmten Themenkomplexen zuordnen. Beispielsweise spielt die Auseinandersetzung mit dem urbanen Raum eine zentrale Rolle. Sei es im Hinblick auf Stadtentwicklung, im Kontext von Großereignissen wie den Olympischen Spielen, welche die Infrastruktur und ihre Transformation beeinflussen, den Wohnungsmangel, oder durch die Inszenierung von städtischen Spuren als fiktive Tatorte. Unter den Projekten finden sich Ansätze, welche die strukturelle Benachteiligung von Frauen und weiblich gelesenen Personen aufzeigen, etwa in Bezug auf Mutterschaft und den Kunstbetrieb oder auf dominante patriarchale Strukturen im Gesundheitssystem verweisen. Eine Vielzahl der Arbeiten kreist auf unterschiedliche Weise um das Thema der Zugehörigkeit. Die Künstler:innen setzen sich mit den changierenden Begriffen von Heimat und Zuhause auseinander, sie erkunden Familienbiografien und erzählen Geschichten vom Verlassen und Zurückkehren.
Die Fotografie wird in den verschiedenen Arbeiten auch als Mittel des Dialogs zwischen den Fotograf:innen und den fotografierten Personen eingesetzt. Dadurch werden Begegnungen sichtbar, die für uns als Betrachter:innen Einblicke in unterschiedliche Lebensrealitäten, Generationen und Subkulturen eröffnen. Darüber hinaus entsteht ein Dialog zwischen den einzelnen Positionen: Es werden bewusst Arbeiten, die sich traditioneller fotografischer Methoden bedienen, mit experimentellen Ansätzen kombiniert, die das Medium hinterfragen, erweitern und neu interpretieren. Aus diesem Grund finden sich klassische dokumentarische Ansätze und Projekte, die zum Beispiel mit fotografischem Archivmaterial arbeiten, neben Werken, die auf künstlerische Inszenierung oder digitale Bearbeitung zurückgreifen. (Ausschnitt aus Einleitungstext: Fotografie im Dialog, S.3).