Marija Đondović
Banda, 2020–
In dem Langzeitprojekt wird über zehn Jahre ein intimes visuelles Archiv meiner Familie zwischen Wien und dem Balkan geformt. Die Bilder entstehen aus der Perspektive der Mutter heraus und dokumentieren so die Wandlung des familiären Gefüges.
Im Zentrum der Arbeit stehen die Kinder: Deren Körperlichkeit, Ehrlichkeit und Unberechenbarkeit prägen die Bildsprache. Davon ausgehend entfaltet sich ein Netzwerk aus Beziehungen, Generationen und kulturellen Praktiken, das Fragen nach Herkunft und Identität reflektiert. Die Fotografien zeigen den Alltag, gemeinsame Rituale, Reisen und Nähe. Migration erscheint als Motiv der Erweiterung und gleichzeitiger Verankerung in mehreren kulturellen Räumen. Der nicht inszenierte Alltag wird mit analogen Kameras dokumentiert; diese Strategie richtet sich gegen idealisierte Darstellungen der Familie und zeigt sie als lebendigen Organismus und Ort der Identitätsbildung.
Biografie
Marija Đondović, *1988 in Belgrad (RS); lebt und arbeitet seit 2000 in Wien (AT). Đondović studierte an der Design Academy Eindhoven sowie Fotografie und zeitbasierte Medien an der Universität für angewandte Kunst Wien. Sie ist als Fotografin, Regisseurin und Art Director tätig, in diesem Zusammenhang realisiert sie internationale Foto- und Filmprojekte.