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Tim Gassauer, Manu Gruber

Primavera, 2026

Seit 2024 beschäftigt sich das deutsch-italienische Künstler:innenduo mit der Frage einer möglichen Rückkehr des Faschismus in Europa. Ausgangspunkt der Arbeit ist das Ossolatal in den norditalienischen Alpen, das im September 1944 von italienischen Partisan:innen von den faschistischen Besatzern befreit und für 40 Tage zu einer souveränen Partisan:innenrepublik wurde. 
Ausgehend von der Geschichte des Widerstands im Ossolatal folgen Gassauer und Gruber den Spuren dieser Partisan:innenrepublik bis zu den Schnittpunkten mit einer politischen Gegenwart, die zunehmend als (prä-)faschistisch verstanden werden kann. Die Recherchen fanden in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte »Casa della Resistenza« in Verbania statt. Sie fanden Fotos junger Freundeskreise der Partisan:innen, die sich mit begrenzten Mitteln den überlegenen deutschen SS- und Wehrmachtseinheiten entgegenstellten. Die Verflechtung historischer und zeitgenössischer visueller Kontexte eröffnet einen Reflexionsraum, der eine fortlaufende kritische Betrachtung der Vergangenheit, hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Gegenwart, als Methode der visuellen Erkenntnis nutzt.

Biografie

Tim Gassauer, *1997 in Nordhausen (DE); lebt zwischen Berlin (DE) und der Normandie (FR). Manu Gruber, *1983 in Bremen (DE); lebt und arbeitet zwischen Berlin und Bremen (DE). Seit 2024 beschäftigt sich das deutsch-italienische Künstler:innenduo fotografisch mit Erinnerung sowie mit politischen und sozialen Spuren. Ihre forschungsorientierte Praxis untersucht Fragen nach Macht, Erinnerung, Verlust und den Hinterlassenschaften von Konflikten anhand visueller Erzählungen, die von einem gemeinsamen Interesse daran geprägt sind, wie Geschichte in der Gegenwart fortbesteht.