Rhune Bervoet
Entre chien et loup, 2023–
Der französische Ausdruck »entre chien et loup« bezeichnet den Moment des Übergangs zwischen Tag und Nacht – eine metaphorische Beschreibung der Zeit, in der Formen verschwimmen und Gewissheiten ins Wanken geraten. Ich untersuche diese Übergangszone sowohl als mentalen als auch als visuellen Raum. Es ist ein Moment, in dem Licht und Dunkelheit, Wiedererkennung und Entfremdung ineinanderfließen. »Entre chien et loup« symbolisiert diese Mehrdeutigkeit: einen Zustand, in dem Sicherheit und Gefahr nicht mehr klar voneinander zu unterscheiden sind. Die Betrachter:innen werden in einem Zustand des Zögerns zurückgelassen. Sollen die Bilder Trost bieten oder verunsichern; offenbaren sie einen Ort der Geborgenheit oder deuten sie eine latente Bedrohung an?
Dieser Zwischenraum birgt das Potenzial für Transformation und neue Möglichkeiten. In meiner Arbeit verwende ich Fotografie als Mittel, um die Ebene hinter dem Sichtbaren zu erforschen. Meine Bilder fungieren als Membran zwischen innerer und äußerer Welt; sie schaffen Raum für die Entfaltung des Unbewussten.
Biografie
Rhune Bervoet, *2001 in Ypern (BE); lebt und arbeitet in Gent (BE). Im Jahr 2024 schloss Bervoet ihr Studium der Bildenden Künste (MA) an der Königlichen Akademie der Bildenden Künste (KASK) in Gent ab. Ihre künstlerische Praxis ist vor allem in der Fotografie verwurzelt und untersucht die Beziehung zwischen gelebter Erfahrung und der äußeren Umgebung im Alltag. Bervoet interessiert sich insbesondere für Themen wie die Begriffe Heimat und Zugehörigkeit sowie die sich verschiebenden Grenzen zwischen Vertrautheit und Entfremdung.